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Wasserhahn austauschen: Mieter oder Vermieter zahlt?

Ein defekter Wasserhahn in der Mietwohnung — wer trägt die Kosten für Austausch oder Reparatur? Ausführlicher Ratgeber zur Rechtslage 2026: Kleinreparaturklausel, §535 BGB, §536 BGB, und was Sie konkret tun sollten. Stand: April 2026.

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Kurze Antwort

Grundsätzlich zahlt der Vermieter den Austausch eines defekten Wasserhahns (§535 BGB). Ausnahme: eine wirksame Kleinreparaturklausel im Mietvertrag verpflichtet den Mieter bis ca. 75–120€ pro Einzelreparatur. Da der Handwerker-Austausch typisch 150–250€ kostet, zahlt in den meisten Fällen trotzdem der Vermieter.

Die Rechtslage: was sagt das BGB?

§535 BGB — Erhaltungspflicht

Der zentrale Paragraph ist §535 Abs. 1 Satz 2 BGB: „Der Vermieter hat die Mietsache dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und sie während der Mietzeit in diesem Zustand zu erhalten." Das bedeutet: Reparaturen und Austausch von Bauteilen der Mietsache — dazu gehören fest installierte Armaturen — sind grundsätzlich Sache des Vermieters.

§536 BGB — Mangel & Mietminderung

Ergänzend gilt §536 BGB: Wenn der Wasserhahn defekt ist und den Gebrauch der Mietsache beeinträchtigt (tropfender Hahn, kein Warmwasser, kein Wasserfluss), liegt ein Mangel vor — der Mieter kann unter Umständen die Miete mindern, wenn der Vermieter nicht rechtzeitig handelt.

Die Ausnahme: Kleinreparaturklausel

Viele Mietverträge enthalten eine sogenannte Kleinreparaturklausel, die kleinere Reparaturen an Gegenständen, die dem direkten Zugriff des Mieters unterliegen (Wasserhähne, Lichtschalter, Fenstergriffe, Jalousien, Rollläden, Wasserhahn-Perlatoren), auf den Mieter abwälzen. Damit eine solche Klausel wirksam ist, muss sie mehrere Grenzen einhalten:

75–120 € Höchstbetrag pro Einzelreparatur: aktuell 75–120€ (abhängig von Rechtsprechung des jeweiligen Oberlandesgerichts; BGH VIII ZR 38/90 hat 75€ akzeptiert, aktuelle Urteile akzeptieren auch bis 120€).
max. 8 % Jahreshöchstbetrag: maximal 8% der Jahresnettokaltmiete.
Zugriff Nur an Gegenständen, die dem direkten Mieterzugriff unterliegen — also Oberflächen-Komponenten, nicht verborgene Leitungen oder die Hauptwasserzuführung.
Wichtig: Klauseln ohne Höchstbetrag oder mit zu hohem Höchstbetrag (z.B. 200€) sind unwirksam — der Mieter zahlt in dem Fall gar nichts, der Vermieter trägt die vollen Kosten.
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Was kostet ein Wasserhahn-Austausch in Hamburg wirklich?

Die typischen Kosten für einen Wasserhahn-Austausch durch einen Fachhandwerker in Hamburg 2026:

Wasserhahn austauschen Küche/Bad

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Demontage der alten Armatur, Montage, Dichtigkeitsprüfung — Arbeit + Anfahrt, ohne Armatur selbst. Dauer: 30–60 Min.

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Niederdruck-Armatur

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Häufig in Altbauten — Durchlauferhitzer oder Boiler unter der Spüle. Spezielle 3-Anschluss-Montage inklusive.

+ Armatur-Einkauf

40–150 € Material

Grohe, Hansgrohe, Blanco — je nach Modell. Wir beraten und bringen die passende Armatur mit.

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Eckventile tauschen

+49 € Pro Ventil

Bei verkalkten oder schwergängigen Alt-Ventilen, zzgl. Material 15–60€.

Gesamt für eine normale Mieter-Situation: 130–250€. Da dieser Betrag bei den meisten Klauseln über der Grenze liegt, zahlt in der Regel der Vermieter. Alle Details: Wasserhahn austauschen in Hamburg · Eckventil austauschen.

Beispiele aus der Praxis (Hamburg)

Altona

Beispiel 1: Tropfender Einhebelmischer

Mieter meldet dem Vermieter einen tropfenden Küchen-Wasserhahn. Der Vermieter beauftragt uns, wir tauschen die Armatur für 139€ aus (alte Armatur demontiert, neue Grohe Eurosmart 60€ montiert, Dichtigkeitsprüfung). Klausel mit 100€ Höchstbetrag: Austausch liegt über 100€ → Vermieter zahlt die vollen 139€, Mieter zahlt nichts.

Eimsbüttel

Beispiel 2: Schwergängiger Wasserhahn

Mieter meldet einen Wasserhahn, der sich nur noch schwer bewegen lässt. Reparatur: Kartuschentausch ohne neuer Armatur, 49€. Klausel mit 75€ Höchstbetrag: 49€ liegt unter der Grenze → Mieter zahlt aus der Klausel. Aber: die Jahresgrenze (8% der Nettokaltmiete) prüfen! Wenn Jahresmiete 9.600€, sind 8% = 768€ — Platz genug.

Harburg

Beispiel 3: Wasserhahn vom Mieter beschädigt

Mieter zerbricht den Wasserhahn-Hebel beim Küchenumzug. Selbstverschuldet → Mieter haftet in voller Höhe, unabhängig von Klausel. Vermieter muss aber nachweisen, dass der Schaden nicht durch normale Abnutzung entstand.

Was tun, wenn der Wasserhahn defekt ist? Schritt-für-Schritt

1

Schriftliche Meldung an Vermieter

Sofort melden — E-Mail, WhatsApp an Hausverwaltung, oder bei sehr formalen Vermietern: Einwurf-Einschreiben. Mit Datum, Foto und kurzer Beschreibung. Das ist wichtig als Dokumentation, falls es später Streit gibt.

2

Angemessene Frist setzen

Normalerweise 10–14 Tage für die Beauftragung des Handwerkers. Bei akutem Wasserschaden (stark tropfend, Überlauf) sofort — 24–48 Stunden.

3

Wenn Vermieter reagiert: Sie haben kein Problem

Der Vermieter oder die Hausverwaltung beauftragt einen Handwerker, der die Reparatur durchführt. Mieter muss nichts tun (außer Zugang ermöglichen).

4

Wenn Vermieter nicht reagiert: Eigeninitiative erlaubt (§536a BGB)

Bei Gefahr im Verzug (Wasserverlust, Wasserschaden-Risiko) darf der Mieter selbst einen Handwerker beauftragen. Die Rechnung wird dem Vermieter nachträglich eingereicht, gegen Rückerstattung oder Verrechnung mit der Miete. Wichtig: Fristsetzung dokumentieren, Rechnung aufbewahren, Mahnung vor Selbstauftrag senden.

5

Mietminderung als Druckmittel

Wenn der Wasserhahn tagelang tropft und nicht behoben wird, darf der Mieter die Miete um einen kleinen Betrag (5–15% je nach Beeinträchtigung) mindern. Das muss schriftlich angekündigt werden.

6

Mieterverein oder Anwalt bei Streit

In Hamburg: Mieterverein zu Hamburg von 1890 e.V. — Beitrag ca. 80€/Jahr, dafür kostenlose Rechtsberatung und im Streitfall Unterstützung. Alternativ: Mietrechtsschutz-Versicherung oder direkt ein Anwalt für Mietrecht.

Häufige Fragen

Wasserhahn & Mietrecht: FAQ

Wer zahlt den Wasserhahn-Austausch in der Mietwohnung — Mieter oder Vermieter?
Grundsätzlich trägt der Vermieter die Kosten für Reparatur und Austausch fest installierter Armaturen (§535 Abs. 1 S. 2 BGB — Pflicht zur Erhaltung der Mietsache). Ausnahme: Eine wirksame Kleinreparaturklausel im Mietvertrag kann den Mieter bis zu einem Höchstbetrag pro Einzelreparatur (meist 75–120€) und einem jährlichen Gesamtbetrag (meist 8% der Jahresmiete) verpflichten. Der Wasserhahn-Austausch kostet oft mehr als diese Grenze — dann zahlt der Vermieter in voller Höhe.
Was ist die Kleinreparaturklausel und wann greift sie?
Die Kleinreparaturklausel ist eine Vertragsklausel, die Kleinreparaturen an Gegenständen, die dem direkten Zugriff des Mieters unterliegen (Wasserhähne, Schalter, Fenstergriffe, Jalousien), auf den Mieter abwälzt — aber nur mit Grenzen: Einzelreparatur max. ca. 100€ (je nach aktueller Rechtsprechung, BGH-Urteil VIII ZR 38/90 setzt 75–125€), Jahresgrenze max. 8% der Jahresnettokaltmiete. Ohne Klausel im Vertrag: Vermieter zahlt alles. Klausel ohne Höchstbetrag: unwirksam, Vermieter zahlt alles.
Wie viel darf die Kleinreparatur laut Klausel pro Einzelfall kosten?
Die Rechtsprechung akzeptiert aktuell Höchstbeträge zwischen 75€ und 120€ pro Einzelreparatur. Klauseln mit höheren Beträgen sind unwirksam. Wichtig: die Kosten müssen den Gesamtbetrag der Reparatur enthalten, einschließlich Anfahrtskosten, Material und Arbeitszeit.
Der Wasserhahn tropft nur — muss das gleich der Vermieter beheben oder ist das Mieter-Sache?
Ein tropfender Wasserhahn ist in den meisten Fällen ein Mangel der Mietsache (§536 BGB) und muss vom Vermieter beseitigt werden. Ausnahme: wenn die Reparatur unter die Kleinreparaturklausel fällt UND der Einzelpreis dem vereinbarten Höchstbetrag nicht übersteigt. Wenn der Austausch jedoch 150–250€ kostet (was typisch für einen Mischbatterie-Austausch durch Handwerker ist), liegt das über der Klausel — Vermieter zahlt.
Was ist, wenn ich den Wasserhahn selbst beschädigt habe?
Bei selbstverschuldeter Beschädigung (z.B. zu festes Anziehen, Schlag gegen die Armatur) haftet der Mieter in voller Höhe — auch über die Kleinreparaturklausel hinaus. Der Vermieter muss diese Schuld aber nachweisen. Normaler Verschleiß durch jahrelange Nutzung ist KEINE selbstverschuldete Beschädigung — das ist immer Vermieter-Pflicht.
Wie gehe ich richtig vor, wenn der Wasserhahn defekt ist?
1. Sofort dem Vermieter schriftlich melden (E-Mail, Einwurf-Einschreiben), mit Datum und Beschreibung. 2. Angemessene Reparaturfrist setzen (meist 10–14 Tage, bei Wasserverlust sofort). 3. Bei Gefahr im Verzug (stark tropfend, Wasserschaden) darf der Mieter auch selbst einen Handwerker beauftragen — Rechnung gegen Rückerstattung an Vermieter übergeben (§536a BGB). 4. Bei Streit: Mieterverein oder Anwalt einschalten.
Kann der Vermieter verlangen, dass der Mieter den Handwerker selbst sucht und vorstreckt?
Nein. Der Vermieter ist grundsätzlich verpflichtet, die Reparatur selbst zu organisieren (§535 BGB). Nur wenn die Kleinreparaturklausel greift und der Betrag unter der Grenze liegt, darf er die Beauftragung an den Mieter delegieren. Bei größeren Reparaturen (Austausch kompletter Armatur, 150€+) liegt die Auftragsvergabe in der Hand des Vermieters.
Was, wenn der Vermieter sich weigert, den Handwerker zu beauftragen?
Erste Schritte: schriftliche Mahnung mit Fristsetzung. Wenn trotzdem keine Reaktion: Mietminderung gemäß §536 BGB (meist 5–15% je nach Beeinträchtigung), oder bei Gefahr selbst beauftragen und Rechnung verrechnen. Unbedingt Mieterverein (z.B. Mieterverein zu Hamburg e.V., 24€/Jahr) oder Anwalt konsultieren — falsche Schritte können zu Kündigung führen.
Ich habe einen günstigen Wasserhahn im Baumarkt gekauft und will ihn selbst einbauen. Dürfen Mieter das?
Grundsätzlich ja — aber auf eigenes Risiko. Bei einem Wasserschaden durch fehlerhafte Montage haftet der Mieter. Außerdem gehört die alte Armatur dem Vermieter: vor dem Tausch kurz schriftlich abstimmen und die Alt-Armatur aufbewahren, damit beim Auszug der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt werden kann.
Muss ich den Wasserhahn reparieren lassen, bevor ich ausziehe?
Nur wenn Sie den Defekt selbst verschuldet haben. Normale Abnutzung (Verkalkung, Altersverschleiß) geht zu Lasten des Vermieters — dafür müssen Sie beim Auszug nichts reparieren. Zustand im Übergabeprotokoll festhalten.
Mein Mietvertrag sagt „Mieter zahlt alle Reparaturen unter 200€". Ist das zulässig?
Nein. Ein Höchstbetrag von 200€ pro Einzelreparatur gilt nach der Rechtsprechung als zu hoch — die gesamte Klausel ist damit unwirksam, und Sie zahlen gar nichts. Akzeptiert werden derzeit ca. 75–120€.
Zahlt der Vermieter auch für den Austausch wegen Kalk / Altersschwäche?
Ja. Verkalkung und Altersverschleiß sind normale Abnutzung der Mietsache — der Vermieter muss die Armatur instand halten bzw. ersetzen. Nur bei wirksamer Kleinreparaturklausel und Kosten unterhalb der Grenze kann der Mieter beteiligt werden.

Wir machen den Austausch — auch für Vermieter

Als Handwerksbetrieb in Hamburg arbeiten wir regelmäßig für Vermieter und Hausverwaltungen. Wir stellen Rechnungen direkt an die Hausverwaltung (auch mit Formvorgaben wie USt-ID, Kostenträger-Nr.), bieten Same-Day-Service bei gemeldeten Mängeln und geben 5 Jahre Garantie auf alle Armatur-Austausche.

Zusammenfassung

Wer zahlt den Wasserhahn-Austausch in der Mietwohnung? Grundsätzlich der Vermieter nach §535 BGB. Die Kleinreparaturklausel kann Mieter bis zu ca. 75–120€ pro Einzelreparatur in die Pflicht nehmen — aber nur, wenn die Klausel korrekt formuliert ist und nur bei Gegenständen, die dem direkten Mieterzugriff unterliegen. Da professionelle Armatur-Austausche typisch 130–250€ kosten, trägt in den meisten Fällen der Vermieter die volle Rechnung.

Unser Tipp: Bei Defekt immer sofort schriftlich melden, Frist setzen, und wenn der Vermieter nicht reagiert — Mieterverein kontaktieren. Selbst-Auftrag ohne Absprache kann Ärger bringen.

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Haftungshinweis: Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Bei konkreten Streitigkeiten konsultieren Sie einen Mieterverein oder Anwalt für Mietrecht. Stand: April 2026, BGB-Paragraphen und BGH-Urteile können sich ändern.